Garten
Nicht nur das Haus, sondern auch der Garten täuscht auf den ersten Blick. Man würde diese tiefe Schlucht dahinter einfach nicht erwarten, die sich allmählich offenbart, wenn man sich dem Rand des Grundstücks nähert. Und doch bildet sie die wesentliche Kulisse für das Konzept des Gartens. Laut Tomáš handelt es sich hierbei um das Konzept der „geliehenen Landschaft“. Die Landschaft dient als Hintergrund, als tiefere Ebene der Szene.
Landschaftsarchitektur ist wie ganzheitliche Medizin. Der Körper funktioniert nicht gut, wenn er nicht im Einklang mit der Seele steht. In diesem Fall mit der umgebenden Landschaft. Die Gestaltung des Gartens war eine natürliche Zusammenarbeit des Paares. Gemeinsam wussten sie, wo sie hinwollten.
Mit seinen Formen und dem welligen Gelände spiegelt der Garten die umgebende Landschaft wider, wie Tomáš erklärt: „Die Horizonte am Horizont finden ihre Entsprechung in den Konturen des Gartens; es ist eine nach innen gezeichnete Landschaft.“ Auch die Auswahl der Pflanzen spiegelt die lokale Natur wider. „Das Rückgrat der Bepflanzung ist typisch für die Region Podkrkonoší; es basiert auf Eberesche, Hainbuche, Weide und anderen typischen lokalen Baumarten. Selbst heute noch, wenn wir Pflanzen für Kunden kaufen, gönnen wir uns etwas und kaufen eine Pflanze für uns selbst, obwohl der Garten bereits voll ist“, fügt Jitka hinzu.
Nach nur drei Jahren wirkt der Garten bereits ausgereift, gut etabliert und wohnlich. Ein Garten sollte verschiedene Ecken bieten, jede mit ihrer eigenen Privatsphäre und Atmosphäre – Orte, an denen man unterschiedliche Stimmungen genießen kann. Ihrer Ansicht nach muss er den eigenen Bedürfnissen gerecht werden, selbst wenn man einfach nur lesen und dem Alltag entfliehen möchte; auch das ist die Aufgabe eines Gartens. Diesem Prinzip sind sie übrigens auch in ihrem eigenen Garten gefolgt. Alle Räume im Haus haben Fenster mit Blick auf den Garten. Sogar vom Schlafzimmer aus gibt es einen direkten Zugang dazu. Umgekehrt bietet der Garten unzählige Orte zum Verweilen, Ecken, die zu eigenen Aktivitäten einladen und von denen aus man wiederum auf das Haus zurückblicken kann.
„Genau hier machen die Menschen oft einen Fehler. Sie haben oft ein schönes Haus, aber keinen Ort, von dem aus sie es wirklich genießen können. Man muss einen solchen Ort im Garten finden. So entsteht eine Verbindung; ein Zuhause wird geschaffen. Das Haus ist der Ort, an den man aus dem Garten zurückkehrt – von den Feldern, dem Obstgarten, dem Garten. Dieses Muster gilt seit jeher“, sagt Tomáš. Die Jiránks lieben alles an ihrem neuen Zuhause, angefangen bei seinem Entwurf: „Wir haben erkannt, dass die Arbeit für Kunden eine Freude ist, aber uns war nicht bewusst, dass die Arbeit für uns selbst ebenfalls eine Freude ist.“